Durchwehna
Slaven besiedelten bis zum 10. Jahrhundert den Ort Durchwehna, der im Tal des Schleifbaches liegt und sich damals "Droga" (Tal) nannte. Der Ortsname änderte sich im Laufe der Zeit mehrere Male. So wurde im Jahre 1346 daraus "TORQUINE", im Jahre 1385 hieß die Siedlung "STROCHWEHE" und 1394 änderte sich der Name in "TROCHEWENE" bis zum heutigen Durchwehna.
Im Jahre 1702 wurde die Pechhütte in Durchwehna erstmals urkundlich erwähnt, sie existierte aber schon wesentlich länger. Zu Ehren des einstigen Besitzers Friedrich Schlobach, der sich um die Pechhütte verdient machte, wurde sie später in "Friedrichshütte" umbenannt.
Sehenswert ist die Kirche, die wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Es wird angenommen, dass sie, wie am Eingang erkennbar, romanischen Ursprungs ist. Durch mehrfachen Umbau über die Jahrhunderte hinweg vermischten sich die Stilelemente. Wie aus alten Unterlagen überliefert ist, gab es bereits seit 1699 eine Schule im Dorf. Typisch war auch im Gegensatz zu anderen Dörfern der Umgebung, dass es im Ort keine Rittergutsbesitzer sondern "freie Bauern" (vom "Zehnten" befreit) gab.
Im 17. Jahrhundert, bei einem Unwetter auf der Jagd verirrt, fand der Kurfürst von Sachsen Einlaß im Trebeljahrschen Hof. Unerkannt, da als Jäger erschienen, wurde er samt seinem Gefolge reichlich bewirtet. Beeindruckt von dem Erlebten und in Kenntnis der Sorgen des Hofbesitzers soll der Kurfürst den Hof zum "Freigut" erklärt haben. Damit waren für die Durchwehnaer noch andere Privilegien verbunden wie z.B. das Schlagen von Holz für den persönlichen Bedarf. An dieses Ereignis erinnert noch heute der Kurhutweg zwischen Kossa und Söllichau.
Ein mahnendes Denkmal an die Vergangenheit steht am Ausgang des Ortes in Richtung Söllichau. Es erinnert an drei französische Opfer des Todesmarsches von Häftlingen des KZ Neu Staßfurt nach Annaberg/ Erzgebirge kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges. Zum Gedenken an das Zwangsarbeiterlager des ehemaligen "Sprengstoffwerkes Buche" wurde im Mai 2003 am Eingang zu diesem Lager ebenfalls ein Mahnmal geweiht. Der Gedenkstein befindet sich an der weiterführenden Straße hinter der Friedrichshütte.
Zum 1. Juli 2007 haben die Gemeinden Kossa (mit den Ortschaften Authausen, Durchwehna, Görschlitz und Pressel) und Laußig sich zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Laußig vereinigt.
Quelle: www.kossa-sachsen.de
Einwohner 2009 - 185
Ansprechpartner
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Gemeindeverwaltung Laußig |