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Landschaftspark Treblitzsch

Der Landschaftspark Treblitzsch -
eine dendrologische Kostbarkeit
Im Einzugsgebiet der Stadt Belgern liegt ein wunderschöner stadteigener Park - der Landschaftspark Treblitzsch.
Der Park befindet sich vier Kilometer südlich der Rolandstadt Belgern (Landkreis Torgau-Oschatz), östlich der B 182 in Richtung Riesa.
Der eigentliche Park umfasst nur etwa 5 Hektar. Dieses durch sehr unterschiedliche Bodenarten (Sand bis Ton), wechselnde Feuchtigkeitsverhältnisse (trocken bis nass) und bewegtes Relief gekennzeichnetes Gelände, das mit extensiv genutztem Grünland und einigen Gehölzen, gruppiert um Sumpfstellen, bestanden war, erwarb der Besitzer des Gutes Ammelgoßwitz, Max Schlenker, im Jahr 1928, um einen Landschaftspark zu gestalten. Schlenker war leidenschaftlicher Dendrologe, Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und der Internationalen Dendrologen-Union und besessen von der Idee der Parkschöpfung.
Bei der Anpflanzung wurden unterschiedliche Standorte des Parkgeländes in hervorragender Weise berücksichtigt. Vor kalten Ost- und Nordwinden wurde der Park durch dichte, heckenartige Bepflanzung geschützt. Diese und die überaus günstigen lokal-klimatischen Verhältnisse - viel Wasser- und Feuchtflächen erhöhen die Luftfeuchtigkeit, die Lage am Rande der Hochfläche lässt die Kaltluft in Richtung Elbe abfließen - gestatteten es, eine außerordentliche Vielfalt ausländischer Gehölze auf engem Raum zu kultivieren. Trotzdem ist keine Gehölzsammlung (Arboretum) entstanden, sondern ein nach ästhetischen Gesichtspunkten gestalteter Landschaftspark.
Mit welcher Besessenheit Schlenker bei der Umgestaltung des Geländes zu Werke ging, ist kaum vorstellbar. So sollen bei den Arbeiten im entstehenden Park manchmal 200 Landarbeiter beschäftigt gewesen sein. Bereits sieben Jahre nach Einbringung der ersten Gehölze im Jahr 1935 verstarb Max Schlenker. Seine Begräbnisstätte befindet sich im Park; 1937 wurde ein Granitkreuz aufgestellt. Ein weiteres Grab wurde symbolisch für seinen im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sohn Meinhart errichtet. Der geplante Mausoleumsbau wurde nicht ausgeführt.
Vorbild für die Anlage in Treblitzsch dürfte der Wörlitzer Park gewesen sein. Kleine Brücken, deren handwerklich gut gestaltete schmiedeeiserne Geländer vom Schlossermeister Haufe in Belgern angefertigt wurden, überspannen die Wasserläufe. Sogar eine kleine Kettenbrücke befindet sich im Park. Auch die Einbringung des Parks in die Landschaft, die planmäßigen Gehölzanpflanzungen in Richtung Ammelgoßwitz weisen auf die Wörlitzer Anlage hin.
Allerdings fehlen dem Park - im Gegensatz zu Wörlitz - auffallende Gestaltungselemente. Lediglich zwei Steinvasen (Amphoren) aus Kunststein flankieren den Eingang in der Nähe des Teiches. Die Bronzestatue "Dame mit der Locke", gegossen 1911 in Lauchhammer, wurde erst 1974 vom Hof des ehemaligen Gutes Ammelgoßwitz in den Park umgesetzt.
Das Wegesystem des Parks wird durch zwei Sichtachsen bestimmt; die Nord-Süd verlaufende Buchenallee und die Ost-West-Achse. Letztere geht vom zentral gelegenen kleinen Teich aus, der auch als Spiegelteich bezeichnet wird, führt an den mit Säulen-Lebensbäumen und Hänge-Scheinzypressen bestandenen Rasenweg entlang, vorbei am Granitkreuz der Begräbnisstätte und gibt den Blick über die Elbaue in Richtung Stehla -Martinskirchen frei. Eine Blickbeziehung in östlicher Richtung besteht über den von Schwarznuss- und Tulpenbäumen gesäumten, wie eine Allee wirkenden Wassergraben auf eine mächtige Stiel-Eiche in Kerns Busch. Nach dem Tode Schlenkers blieb der Park sich selbst überlassen. Neueinkäufe von Gehölzen erfolgten nicht mehr.
1937 erhielt der Park gemäß dem Willen Schlenkers den Status eines "Naturschutzgebietes" und sollte als Vogelschutzgehölz erhalten bleiben.
1945 galt der Park als herrenlos. Die ehemalige Kreisstelle für Naturschutz und Denkmalpflege Torgau übereignete der Gemeinde Liebersee 1950 das Gelände mit der Maßgabe, dass der Park auch weiterhin Naturschutzgebiet bleibt. 1951 verpachtete die Gemeinde Liebersee den Park an den Gärtnermeister Emil Hempel (Belgern). Gärtnermeister Emil Hempel betrieb hauptsächlich Erhaltungspflege; an verschiedenen Gehölzen wurden Etiketten angebracht und auch einige Naturpflanzungen durchgeführt.
Im Rahmen einer Staatsexamensarbeit bearbeitete Erich Tomanek 1961/62 das "Naturdenkmal Treblitzscher Park".
Der Park geriet in Vergessenheit. Das Verdienst, ihn wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht und aus seinem "Dornröschenschlaf" geweckt zu haben, gebührt dem damaligen Vorsitzenden der LPG Außig, Volker Bergstädt. Er erkannte den außerordentlichen Wert des Parks, fertigte - ohne die Arbeit E. Tomaneks zu kennen - Gehölzverzeichnisse an, mobilisierte den Naturschutz und die Gemeinde Belgern sowie die Fachbotaniker der Universität Leipzig. Schließlich gelang es, die immer schon vorhandenen örtlichen Initiativen zur Erhaltung des Parks in einem Parkaktiv zusammen zu fassen.
Der Wiederaufbau der 1939 zerstörten Kettenbrücke, der Beginn der Wiederherstellung des Wegesystems, die Rekonstruktion von Sichtbeziehungen und die Beseitigung störenden Baumwuchses durch den Einsatz von Forstbrigaden der Revierförsterei sowie das Anbringen von Etiketten an wichtigen Gehölzen waren die ersten vom Parkaktiv begonnenen Maßnahmen.
Die umfangreichen Wiederaufbau- und Pflegemaßnahmen erhielten nach 1979 einen Auftrieb. 1982 erfolgte die Rekonstruktion des Spiegelteiches. Zur weiteren Erschließung des unteren Parkteils wurden seit 1983 umfangreiche Vorarbeiten im Bereich der Koniferenanpflanzungen zur Einbeziehung des jenseits des Schloßbaches gelegenen "Meinharts Wäldchen" durchgeführt.
Die wissenschaftliche Betreuung des wertvollen Gehölzbestandes im Treblitzscher Landschaftspark obliegt dem Botanischen Garten der Universität Leipzig.
Obwohl uns keine Unterlagen über die ursprüngliche Bepflanzung des Landschaftsparkes Treblitzsch bekannt sind, dürfen wir wohl annehmen, dass der Schöpfer des Parks besonderen Wert auf Ahorn- und Eichensippen gelegt hat. Als Ergänzung der vorhandenen Sammlung sind seit 1988 in großer Zahl Acer-Arten als 5- bis 6-jährige Containerpflanzen im Park ausgepflanzt worden.

Kontakt

E-Mail tourismus@stadtbelgern.de
Internet www.stadtbelgern.de
Telefon 034224 46536
Fax 034224 42464

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Name Frau Schreiter

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